Dublin

Dublin

Nach zwei Tagen Segelns bei frischem Wind und mit viel Schaum vor dem Bug fanden wir einen geschützten Liegeplatz in Irlands größtem Yachthafen Dun Laoghaire (die Iren sagen dazu Dan Lierie). Mit der Bahn sind es von hier nur 15 Minuten bis ins Zentrum der Metropole. Bekannt für seine Weltoffenheit, Gastfreundlichkeit und künstlerische Kreativität und selbstverständlich für die vielen Pubs, wollten wir diese Stadt gerne genauer kennenlernen.

100 Jahre zuvor stellte James Joyce, dieser literarische Nationalheld Irlands, Dublin als nationalistisch und kleingeistig dar. Der Protagonist aus Ulysses fühlt sich als Aussenseiter der Gesellschaft und muss sich gegen kleingeistige Vorurteile behaupten. Auf seinem Streifzug durch Dublin lässt er Leopold Bloom, Mitglied der winzigen jüdischen Minderheit, viel nachdenken über Identität und das Fremdsein. Joyce macht ihn in seinem Roman zur Symbolfigur für Toleranz und Menschlichkeit. Er selbst hat Irland schon als junger Mann verlassen, seine großen Romane, die alle in Dublin spielen, sind neben allem anderen aber auch eine Liebeserklärung an diese Stadt. Wir wollten uns selber ein Bild machen und ein wenig auf „Ulysses“ Spuren wandeln.

LGTBQ ist zwar kein Land, aber immer mit dabei
Auch am Dublin Castle, heute ein Regierungsgebäude, will man Zeichen setzten für Toleranz

Als Menschen aus der Fremde wurden wir ganz klar wahrgenommen. Vor allen Dingen dann, wenn wir wiedermal überlegten welche Richtung einzuschlagen ist und uns fragend umschauten. Das führte regelmäßig dazu, das ein Dubliner uns seine Hilfe zur Orientierung anbot. Überhaupt kommt man sehr schnell miteinander ins Gespräch, per you und selbstverständlich mit Vornamen.

 

Trinity College Dublin, eine der ältesten Universitäten der Welt
Der Longroom der Bibliothek, ein Tempel der Gelehrsamkeit
Von dem Book of Kells hatten wir bislang noch nie etwas gehört. Es ist ein im 9. Jahrhundert von Mönchen auf der schottischen Insel Iona eher gemalt als geschriebenes Buch der Evangelien von Markus, Lucas, Matthäus und Johannes. Vor den Vikingern nach Irland in Sicherheit gebracht, ist es heute irischer Nationalschatz und beeindruckt durch seine Schönheit.

In Sweny‘s Pharmacy gibt es keine Drogen mehr, aber die Zitronenseife, die Leonard Bloom hier kaufte, die bekommt man man noch. Ian verkauft Bücher und Memorabilien von James Joyce. Ein Stück Seife und die „Dubliners“ habe ich hier erstanden und von Ian erfahren, dass er ein Jahr lang in Katwijk gelebt hat.

Die National Gallery of Art beherbergt Kunstschätze aus aller Welt, vom Mittelalter bis heute.  Diese Ausstellung, die sowohl durch seine Exponate als auch seine Architektur beeindruckt, wird dem Publikum kostenlos zur Verfügung gestellt.

Hier hängen Seite an Seite Bono und Sínead o’Conner, zwei Dubliner Ikonen der Musikszene. Die junge Frau mit Kafiya interessiert sich vornehmlich für letzte, die sich interessanterweise erst zur Bishöfin hat weihen lassen und später zum Islam übergetreten ist.

In Dublin zählen die vielen Pubs selbstverständlich mit zu den Sehenswürdigkeiten. Die Patina Irischen Kulturgutes tropft quasi von den Wänden.

In Davy Byrne's Pub war Leopold Bloom regelmäßiger Gast
Händchenhalten mit dem ewigen Dandy Oscar Wilde. Hier hat er, so informiert die goldene Tafel an der Hausfassade, als Jüngling Gäste bedient.
The Church heißt die berühmte Bar in einer ehemaligen Kirche, hier kommt der heilige Geist aus der Flasche.
The Tempel Bar, hier gibts irische Folksessions für die Ohren.
Der Segler nach einem ausgiebigen Kneipenbummel hängt dann schon mal in den Seilen

5 Gedanken zu „Dublin

  1. Liebe Babsi,
    wäret Ihr ein Jahr früher nach Dublin gekommen, hättet ihr meine Tochter Sophia besuchen können, sie seit Juni 24 irische Staatsbürgerin ist. Seit Mai 25 wohnt sie in Belfast, da sie dort ihren Master macht.
    Einen Tag nachdem ich Deinen Bericht zu den Scilly Islands gelesen hatte kam deine Karte mit dem kleinen Leuchturm. Vielen Dank dafür, hab mich riesig gefreut.
    Wünsche Euch weiterhin eine wunderschöne Reise mit vielen tollen Leuchttürmen.
    Lieben Gruß von Andrea

  2. Liebe Babsi und Alex,
    Dein Bericht weckt Lust auf Irland.
    Immer wieder wunderbar zu lesen, wie lebendig und erfrischend Du uns an Eurer Reise teilhaben lässt, liebe Babsi.
    Ich wünsche Euch weiterhin herrliche Erlebnisse.
    Liebe Grüße von Heri

  3. Dublin scheint wirklich eine Reise wert zu sein…da muss ich unbedingt noch hin. Ich werde mich gleich damit beschäftigen.
    Vielleicht sitze ich dann auch neben Oscar Wild…er wartet sicher geduldig. Allerdings bin ich nicht so eine hübsche junge Frau wie du, liebe Babsi.

    Wiederholt…herzlichen Dank für den Bericht.
    Ich weiß: Fortsetzung folgt und ich freue mich schon jetzt.
    Sonnige Grüße aus der Heimat

  4. Mensch Babsi! Das weckt bei mir unfassbare Erinnerungen! Slle Deine Bilder kenne ich! Denn ich war just am letzten Wochenende vor dem Schlaganfall in Dublin und habe alle die Orte besuchst, die Du jetzt beschreibst. Eine faszinierende Stadt. Unser Hotel lag schräg gegenüber der Temple Bar und wir haben jeden Abend livemusic dort oder in den umliegenden pubs erlebt!

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