Scilly Islands
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Es ist der Einfluss des wärmenden Golfstroms, der den Scilly Islands ein einzigartiges Klima beschert und sie zu einem Sehsuchtsort für jeden Segler macht. Aus fünf bewohnten und einer Vielzahl von unbewohnten Inseln besteht das Archipel, mit einer Menge an Felsen und Untiefen dazwischen, die manch einem Schiff zum Verhängnis wurden. Ein ganzes Museum bestückt mit den prächtigen Gallionsfiguren, die man von den zerschellten und gestrandeten Schiffen geborgen hat, zeugt davon.
St. Mary's
Wir laufen nach einem prächtigen Segeltag, natürlich wiedermal mit Wind voll auf die Nase, in St. Mary‘s Pool ein. In der Bucht vor Hugh Town, dem größten Ort auf der größten der Scilly-Inseln, fischen wir uns eine der hier ausgelegten Mooringbojen und machen uns daran fest. Wobei „fest“ natürlich relativ gemeint ist. Wir und alle anderen Boote hier schauckeln, jedes in seinem eigenen Rythmus, ziemlich wild hin und her. Der Wind kann es nicht sein, der ist im Augenblick nicht vorhanden. Wahrscheinlicher ist, dass die Atlantikdünung die Boote so in Bewegung setzt. Mit Kippen der Tide wird es gottseidank ruhiger.
Dass diese am Eingang zum Englischen Kanal gelegenen Inseln strategisch von großer Bedeutung waren, wird uns erst bei einer Rundwanderung um die Insel St. Mary’s klar. Von dem ständigen Ringen um die Vorherrschaft über diesen Seeweg zeugt hier das 1593 erbaute und erstaunlich gut erhaltene weil nie zerstörte achteckige Star Castle und die später hinzugekommenen Garnisionsanlagen. 1648, während des Englischen Bürgerkrieges, hat der spätere König Charles II auf der Flucht vor den parlamentarischen Rebellen hier Zuflucht gefunden. Heute beherbergt das Castle zahlungskräftige Gäste.
Tresco
Die touristische Aufmerksamkeit der Inseln bleibt allerdings der Natur und der Pflanzenwelt vorbehalten, die ist nämlich überall wo man hinschaut üppig und farbenfroh. Und wenn man die Scillys paradisisch nennen möchte, dann ist die Insel Tresco das absolute I-Tüppelchen. Hier gedeihen Pflanzen aus allen mediteranen Klimazonen in unmittelbarer Nachbarschaft, von Brasilien bis Neuseeland, von Australien bis Südafrika. Auf dem Gelände, wo die Ruinen einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Abtei stehen, wurde 1834 von einem Augustus Smith ein Garten angelegt mit den von weither importierten Pflanzen. Den wollten wir uns natürlich anschauen und haben uns von einem der Ausflugsbötchen von St. Mary‘s aus rüber schippern lassen. Von New Grimsby auf der Westseite der Insel, wo wir abgesetzt wurden, war es ein kurzer Spaziergang rüber nach Old Grimsby auf der Ostseite. Vor der Traumkulisse mit schneeweißem Sandstrand und in türkisblauem Wasser sanft schwoienden Booten und dem überaus einladenden Ruin Beach Cafe wollten wir ein wenig verweilen, da muss der Abbey Garden warten.
Auf schmalen verschlungen Pfaden oder auf geraden symmetrisch angelegten Wegen kann man diesen Garten Eden erwandern. Die Fülle an exotischen Pflanzen ist unglaublich. Zum Teil sind sie von Augustus Smith (er war 1834 Pächter der Scilly’s) selbst hergebracht worden, zum Teil sind sie ihm als Samen und Setzlinge von Seefahrern mitgebracht worden.
Die Scilly Islands gehören zwar nicht zu Cornwall, sind aber Teil des „Duchy of Cornwall“, das neben den Scillys eine Reihe von Ländereien in Cornwall umfasst und im Besitz des jeweiligen Thronfolgers ist, im Augenblick also von Prince William. Das Dukedom ist als einziger britischer Adelstitel noch mit Grundbesitz verbunden. Dieses Konstrukt geht zurück bis auf das 14. Jahrhundert und ermöglichte seit dieser Zeit dem Kronprinzen regelmäßig Einkünfte aus Verpachtungen. König Charles III hat sich in seiner Zeit als Duke of Cornwall sehr bemüht um den Erhalt dieses wirklich einzigartigen Biotops. Drei Tage waren eigentlich zu wenig für einen Besuch hier, vielleicht legen wir auf dem Rückweg ja nochmal hier an.












2 Gedanken zu „Scilly Islands“
Wunderschön, Cornwall kannte ich aus dem Fernsehen, aber diese tolle Gegend nicht.
LG aus Monta, gestern bei 41 Grad unterwegs, dank Klimaanlage ging es.
Durch euch lerne ich Teile der Welt kennen, die ich noch nie vom Namen her gehört, geschweige denn, gesehen habe.
Es macht so einen Spaß. Vielen herzlichen Dank.
HUGH TOWN ist eine so kleine Stadt mit nur 1068 Einwohner. Wahrscheinlich sind sie untereinander alle miteinander verwandt.
Die Fotos von der Blumenvielfalt haben mir so gut gefallen, besonders die „Blume“, die zwischen den zwei pinkfarbigen Sträuchern steht und fröhlich in die Kamera lacht.
Herzliche Grüße aus der schweißtreibenden Heimat.